Frühjahrskonzert 2010
Zeitungsbericht der Rheinischen Post

Ansage Frühjahrskonzert 2010
Unter dem Doppeladler
Josef Franz Wagner - geboren 1856 in Wien - war ein österreichischer Militär-Kapellmeister und Komponist. Wagner wurde auch als Österreichischer Marschkönig bezeichnet.
Sein bekanntestes Werk ist der Marsch „Unter dem Doppeladler“ aus dem Jahr 1902, den wir gerade in einem Arrangement von Siegfried Rundel für Sie aufgeführt haben. Er wurde nach dem Doppeladler im Wappen des österreich-ungarischen Reiches benannt und ist heute der offizielle Marsch des Ersten Österreichischen Artillerie-Regiments.
Tableaux de Vosges
Der 1989 verstorbene Meindert Boekel war ein niederländischer Komponist. Bereits mit 11 Jahren erhielt er Unterweisungen in Harmonielehre und erlernte das Orgelspiel. Im Alter von 13 Jahren war er bereits Organist. Er absolvierte das Konservatorium von Amsterdam und studierte dort Orgel sowie Harmonielehre.
Nach dem zweiten Weltkrieg leitete er das Amsterdamer Vokal Ensemble, und 1946 wurde er Organist und Chorleiter beim NCRV-Radio in Hilversum. Später übernahm er die Leitung des großen Rundfunkchors und blieb dort bis zu seiner Pensionierung. Er war Dirigent der Chöre Soli Deo Gloria in Hoorn und Koninklijke Oratorium Vereniging Excelsior in Amsterdam und Dirigent von Blasorchestern, insbesondere der Nationalen Brassband. Er komponierte Chor- und Blasorchesterwerke. 1950 gewann er den Kompositionspreis der Stadt Amsterdam.
Mit Tableux de Vosges führen wir nun eines seiner interessantesten Werke für Sie auf. Es besteht aus insgesamt vier Teilen, die jeweils ein bestimmtes Gebiet der Vogesen in Ostfrankreich beschreiben. Auch wenn alle vier Teile einen sehr unterschiedlichen Charakter haben, so lassen sie doch alle Meindert Boekels Vorliebe für Harmonien und große Akkorde erkennen. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen mit dieser eingängigen Musik.
Siegfried's Trauermarsch
Richard Wagner wurde am 22. Mai 1813 in Leipzig als neuntes Kind des Polizeiaktuarius Carl Friedrich Wagner und der Bäckerstochter Johanna Rosine Wagner, geboren. Er war ein deutscher Komponist, Dramatiker, Schriftsteller, Theaterregisseur und Dirigent. Mit seinen Musikdramen gilt er als einer der bedeutendsten Erneuerer der europäischen Musik im 19. Jahrhundert. Als erster Komponist gründete er Festspiele in dem von ihm geplanten Bayreuther Festspielhaus. Seine Neuerungen in der Harmonik beeinflussten die Entwicklung der Musik bis in die Moderne.
Wagners Werk ist ein Höhepunkt der romantischen Musik und beeinflusste viele Zeitgenossen und spätere Komponisten erheblich. Vor allem der Tristan brachte die Musiksprache des 19. Jahrhunderts weit voran und gilt vielen als Ausgangspunkt der Modernen Musik. Wagner war schon früh davon überzeugt, ein Genie zu sein. „In fünfzig Jahren werde ich der Beherrscher der musikalischen Welt sein”, prophezeite er. Er war mit einem Körpermaß von 1,66 Meter nicht groß, hatte aber eine starke Ausstrahlung.
„Götterdämmerung“ ist der Titel des dritten und letzten Tags von Richard Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“, die er als „Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend“ bezeichnete. Den „Vorabend“ bildet das pausenlose Werk „Das Rheingold“, die anderen beiden „Tage“ sind „Die Walküre“ und „Siegfried“. Das Gesamtwerk behandelt die auf der Nibelungensage beruhende Geschichte von Siegfried, der unbesiegbar ist, seit er in Drachenblut badete. Nur an einer Stelle im Nacken (auf die beim Bad ein Ahornblatt fiel) ist er verwundbar. Durch eine List getäuscht glaubt seine Brunhilde, Siegfrieds Leben zu retten und offenbart schließlich Hagen von Tronje diese einzige Schwachstelle. Diese Aussage aber bedeutet Siegfrieds Tod.
Siegfried's Trauermarsch, den wir nun für Sie aufführen, beschreibt sehr atmosphärisch und Bildhaft den Tod Siegfrieds durch die Hand seines alten Gefährten Hagen von Tronje. Auch die Erkennungsmelodie Siegfrieds, die sich durch die gesamte Oper zieht, findet hier wieder Verwendung, bis sie schließlich Siegfrieds Geist gleich langsam entschwindet. Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung mit dieser beeindruckenden Musik.
Fandango
Frank Perkins, 1908 in Massachusetts geboren, war ein amerikanischer Komponist. Sein bekanntestes Stück ist wohl „Stars fell on Alabama“, doch Perkins schrieb auch zahlreiche Titelmelodien für TV-Serien oder Kinofilme.
Sein Fandango war ursprünglich nur für ein Piano geschrieben. Dieser lebhafte Tanz im Dreivierteltakt ist eine Ausprägung des Flamenco. Wie der Flamenco diente auch der Fandango in der europäischen Kultur zu Erzeugung von „spanischem Kolorit“. Perkins ging in seinem Werk aber ein paar Schritte weiter und schuf ein Werk mit außergewöhnlichem Temperament und hohem Tempo.
Unser Dirigent führte zu Beginn seiner Karriere dieses Werk bereits mit einem anderen Orchester auf. Nachdem das Orchester schon an Takt fünfundzwanzig den berühmten roten Faden verloren hatte, titelte die Presse später hämisch: „Verunglückter Start: Leitung Har Adams“. Heute wollen er und wir Ihnen beweisen, dass es auch anders geht. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!
Mars
Gustav Theodore Holst war ein englischer Komponist. Er wird der Spätromantik zugerechnet. Holst strebte zunächst eine Karriere als Pianist an; im Alter von 17 Jahren musste er diese Pläne aufgrund einer Nervenentzündung des Armes aufgeben. Später studierte er Komposition sowie Posaune am Royal College of Music in London. Später arbeitete er als Posaunist, Musiklehrer und Lehrer für Komposition.
Berühmt wurde Holst vor allem durch seine Orchestersuite „Die Planeten“. Holst komponierte dieses Stück in den Jahren 1914 bis 1916 für ein großes Sinfonieorchester, im letzten Satz (Neptun) kommt zusätzlich ein sechsstimmiger Frauenchor zum Einsatz. Es handelt sich um spätromantische Programmmusik, die vom Charakter her späterer, großorchestraler Filmmusik ähnlich ist und deren Wirkung auf den Zuhörer vor allem durch die monumentalen Klangeffekte und die Klangfarben des Orchesters entsteht.
Die Planeten bestehen im Original aus sieben Sätzen, jeder Satz trägt den Namen eines Planeten unseres Sonnensystems beziehungsweise der römischen Gottheit, nach der der Planet benannt ist. Die Erde ist nicht berücksichtigt, ebenso auch nicht der Pluto, weil dieser Himmelskörper seinerzeit noch unbekannt war und erst 1930 entdeckt wurde.
In Mars, the Bringer of War – der Überbringer des Krieges – präsentiert Holst eine derart erstaunliche Vision der mechanisierten Kriegführung, dass viele Hörer immer wieder annahmen, das ungestüme Stück sei als Reaktion auf den 1. Weltkrieg komponiert worden. In Wirklichkeit begann Holst diese Komposition bereits mehrere Monate vor Ausbruch der Feindseligkeiten, wenngleich in der Gewissheit des nahen Krieges. Die Dynamik eines heranrasenden Kometen wird brillant durch den ungewöhnlichen Fünf-Viertel-Takt umgesetzt. Die rhythmische Unterteilung eines Taktes in eine Triole und zwei Achteln verstärkt den Eindruck von Bewegung und immenser Energie.
Geert Schrijvers bearbeitete Mars, the Bringer of War für Blasorchester und hielt sich dabei sehr eng an die symphonische Vorlage. Unsere Holzregister übernehmen dabei die Arbeit des Streichersatzes.
Im Anschluß an dieses Werk machen wir eine ca. 20minütige Pause, in der Sie und wir die Gelegenheit haben, etwas zu Essen und zu Trinken. Und nun wünschen wir Ihnen gute Unterhaltung mit dieser sehr bildhaften und technisch anspruchsvollen Musik.
Concert March from 1941
1941 – Wo bitte geht's nach Hollywood ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 1979. Der Regisseur war Steven Spielberg. Die Handlung spielt in und um Los Angeles kurz nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor. Es kommt in der Stadt zur Massenhysterie und zu chaotischen Zuständen. IWährenddessen befindet sich Captain Loomis Birkhead mit einem Aufklärungsflugzeug im Anflug auf die Stadt, ist aber mehr mit der Regierungsbeauftragten Donna Stratton „beschäftigt“ als mit der Maschine selbst. Da Birkhead sich nicht meldet, wird in L.A. Großalarm ausgelöst und alle Flak-Geschütze werden abgefeuert, auch wenn keines ein genaues Ziel hat. Obendrein verfolgt der durchgeknallte Air-Force-Pilot Captain „Wild Bill“ Kelso den Aufklärer mit seiner P-40.
Kommerziell war der Film nicht sehr erfolgreich und zählt zu Spielbergs weniger bekannten Werken, was jedoch sicher nicht an dem hervorragenden Soundtrack von John Williams liegt. Williams ist einer der erfolgreichsten Komponisten von Filmmusiken. Er komponierte und dirigierte die Musik zu mehr als 100 Kinofilmen wie Krieg der Sterne, Der weiße Hai, Jurassic Park oder ET - der Außerirdische, um nur einige der bekanntesten zu nennen. Williams wurde sowohl mit fünf Oscars, drei British Academy Awards, drei Golden Globes, vier Emmy Awards und achtzehn Grammys als auch mit mehreren Gold- und Platinschallplatten ausgezeichnet.
Der Concert March from 1941, den wir nun in einem Arrangement von Steve Sykes für sie aufführen werden, besticht durch seine ungewohnten rhythmischen Melodien, die so gar nicht zu amerikanischer Marschmusik zu passen scheinen. So arbeitet Williams mit vielen Synkopen, also im Takt versetzten Motiven, die diesem Konzertmarsch einen besonderen Schwung verleihen. Wir wünschen Ihnen angenehme Unterhaltung.
Adagio
Wolfgang Amadeus Mozarts umfangreiches Werk genießt weltweite Popularität und gehört zu den bedeutendsten im Repertoire der klassischen Musik. 1756 in Salzburg geboren, erlernte er bereits mit vier Jahren vom Vater das Klavier- und Violinspiel; im zarten Alter von fünf Jahren schrieb er bereits sein erstes Allegro. Von diesen Tagen an machte er eine glänzende Karriere, wurde Konzertmeister und Hoforganist in Salzburg und später freier Komponist in Wien.
Zu seinem Ouevre gehören zahlreiche Opern, sakrale Musik, Orchesterwerke und weltliche Lieder. Das Konzert in A-Dur KV 622 für Klarinette und Orchester von Wolfgang Amadeus Mozart ist eines der letzten vollendeten Werke im 1791, dem Todesjahr seines Urhebers. Es gliedert sich in drei Sätze. - ein Allegro, ein Adagio und ein Rondo.
Das Adagio, das wir nun in einem Arrangement von Jos van de Braak für Sie aufführen werden, erinnert durch seine gebundene und getragene Musik stark an Mozarts Ave verum corpus. Das Klarinettensolo übernimmt dabei unser Dirigent Har Adams höchstpersönlich. Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung.
Back to the Future
Zurück in die Zukunft ist der Name einer Science-Fiction-Film-Trilogie, aus den Jahren 1985, 1989 und 1990. Die Trilogie zeigt die Zeitreisen des Jugendlichen Marty McFly und seines Freundes Emmett L. „Doc“ Brown zwischen den Jahren 1885 und 2015. Der erste Teil war zunächst als Einzelfilm geplant. Das offene Ende, das später den Übergang zu Teil 2 bildete, war eher scherzweise gedacht. Erst der kommerzielle Erfolg führte zu den zwei Fortsetzungen. Zu Beginn des ersten Films gelangt der Jugendliche Marty McFly mit Hilfe einer von Dr. Emmett Brown entworfenen Zeitmaschine in das Jahr 1955.Dort angekommen, verhindert er unbeabsichtigt, dass seine Eltern sich treffen und verlieben – statt dessen verliebt sich seine Mutter in ihn. Marty erkennt, dass er dringend dafür sorgen muss, dass seine Eltern zueinander finden, denn er will seine zukünftige Geburt nicht in Gefahr bringen. Dieses Vorhaben erweist sich aber als extrem schwierig…
Die Filmmusik wurde von Alan Silvestri komponiert. Das Orchester bestand aus 98 Personen, 1985 stellte dies das größte Orchester dar, welches Universal je für einen Film zusammengestellt hat. Das flotte BackToTheFuture-Hauptthema ist Silvestri sehr gut gelungen, wenn auch in punkto Stil und Melodieführung stark an John Williams angelehnt.
Frank Bernaerts schuf aus der Titelmelodie ein temperamentvolles Blasorchesterarrangement, das wir nun für Sie aufführen wollen. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!
Gablonzer Perlen
Antonín Borovička – geboren 1895 - war ein tschechischer Komponist. Borovička erlernte zuerst bei seinem Vater den Beruf des Töpfers. Parallel wurde er beim Dorfkapellmeister in Tenorhorn und Violine unterrichtet. Mit 16 Jahren beherrschte er 5 Instrumente. Nach dem l. Weltkrieg gründete Antonín Borovička als Kriegsinvalide sein erstes Orchester. Die Kapelle nannte sich Die Moldauer und war mit Streichern und Bläsern besetzt. Das Ensemble leitete er 42 Jahre lang.
In seiner Karriere schrieb er zahlreiche Polkas und Walzer, von denen wir mit den Gablonzer Perlen eine der schönsten Polkas für Sie ausgewählt haben. Das Arrangement stammt aus der Feder von Franz Bummerl und bringt alle Register unseres Orchesters zur Geltung. Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung.
D'Schangflöppen
Trevor Ford, geboren 1931, ist ein norwegischer Komponist. Die Entstehung seiner Komposition mit dem Titel „D'Schangflöppen“ verdankt er einem Besuch in Frankreich.
Im Jahr 1992 besuchte er ein Festival im Süden von Frankreich, wo er auf Robert Koller traf, seines Zeichens Leiter eines Fanfarenorchesters aus Luxemburg. Sie kamen ins Gespräch und Ford erhielt den Auftrag, für das 100. Jubiläum der Fanfare Berbuerg zu schreiben. Da er noch nie ein Werk für ein Fanfarenorchester geschrieben hatte, stellte er sich der Herausforderung mit Begeisterung. Kurz vor der Fertigstellung des Werks nahm Ford wieder Kontakt mit Robert Koller auf, um einen Titel für das Jubiläumsstück zu erfragen. Das Orchester entschied sich für "D` Schangflöppen“. D'Schangflöppen ist der Name eines legendären und ganz besonderen Helden, der aus der Gegend rund um Berbuerg kam. Er ist der Gegenstand eines Gedichts, und wurde durch zahlreiche Heldentaten berühmt.
Ebenso heroisch wie sein Namensgeber erklingt auch das Werk von Trevor Ford. Fanfarenartige Trompetensignale, eine eingängige Melodie und ein getragener Mittelteil, den unser Sopransaxophon eröffnet, sind die Hauptbestandteile dieses Werks.
D `Schangflöppen wurde zum ersten Mal in der Kirche zu Berbuerg am 11. Dezember 1993 aufgeführt. Louis Martinus war bei diesem Konzert anwesend und schuf später ein hervorragendes Blasorchesterarrangement, das wir nun für Sie aufführen wollen. Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung.
New York Overture
Kees Vlak wurde 1938 in Amsterdam geboren. Bereits als Kind musizierte er zusammen mit seinem Vater in einem Fanfarenorchester. Er studierte am Konservatorium seiner Geburtsstadt und schloss die Studien Klavier sowie Trompete und Orchesterspiel mit dem Diplom ab. Blasorchester-Direktion studierte er in Amsterdam, Musiktheorie an der Berkley Highschool in San Francisco.
Während seines Studiums spielte er in verschiedenen Gruppen und Orchestern. Wegen eines chronischen Leidens musste er mit 25 Jahren bereits das Spielen der eigenen Trompete beenden. Er nutzte die freigewordene Zeit zum Komponieren, was ihm nationale und internationale Anerkennung und Auszeichnung verlieh.
Die beeindruckende Stadt New York mit ihrem pulsierenden Leben und unvergleichlicher Atmosphäre sowie die Musik großer amerikanischer Komponisten inspirierten Kees Vlak zu der New York Overture. Der Komponist hält in seinem Tonbild nach der Landung auf dem Kennedy-Flughafen die Sehenswürdigkeiten der Metropole New York fest: den Battery Park, die geschäftige 5th Avenue, Harlem, den Central Park, das grüne Herz der Riesenstadt und natürlich das Nachtleben auf dem Broadway. Der Abschied kommt mit einem letzten Blick auf den Hafen und die Freiheitsstatue.
Dieser musikalische Rundgang durch New York stellt zugleich das letzte Stück für den heutigen Abend dar. Wir hoffen, dass es Ihnen gefallen hat und laden Sie herzlich ein, noch ein wenig hier mit uns gemütlich zu verweilen.
Und nun viel Vergnügen mit der New York Overture!
African Symphony
Van McCoy war ein US-amerikanischer Musikproduzent, Songschreiber und Musiker. Seinen größten Hit hatte er 1975 mit dem Instrumentaltitel The Hustle.
Seine Mutter ließ ihn Klavierunterricht nehmen und er spielte im Duett mit seinem älteren Bruder Norman, der Violine spielte. Im Alter von 12 Jahren begann er Lieder zu schreiben, gab allerdings die Musik im Teenageralter vorübergehend auf, hauptsächlich deswegen, weil seine Freunde ihn wegen des Klavierspielens neckten. Erst als er bereits Psychologie an der Howard Universität studierte, begann er erneut mit dem Pianospielen.
Mit African Symphony, das wir heute als Zugabe für Sie ausgewählt haben, schuf er eine heitere, lebendige Komposition, die das Gefühl des wilden Kontinents Afrika musikalisch transportiert.
Der Japaner Naohiro Iwai – einer der bekanntesten modernen Arrangeure, der inzwischen mehr als 5000 Bearbeitungen vorweisen kann – schuf mit kundiger Feder ein Blasorchesterarrangement dieses Titels, das mit seinem geschickt eingesetzten Schlagzeug und den Effekten in den Posaunen und unserem Hornbläsersatz das Original von Van McCoy noch zu übertreffen vermag. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!
Josef Franz Wagner - geboren 1856 in Wien - war ein österreichischer Militär-Kapellmeister und Komponist. Wagner wurde auch als Österreichischer Marschkönig bezeichnet.
Sein bekanntestes Werk ist der Marsch „Unter dem Doppeladler“ aus dem Jahr 1902, den wir gerade in einem Arrangement von Siegfried Rundel für Sie aufgeführt haben. Er wurde nach dem Doppeladler im Wappen des österreich-ungarischen Reiches benannt und ist heute der offizielle Marsch des Ersten Österreichischen Artillerie-Regiments.
Tableaux de Vosges
Der 1989 verstorbene Meindert Boekel war ein niederländischer Komponist. Bereits mit 11 Jahren erhielt er Unterweisungen in Harmonielehre und erlernte das Orgelspiel. Im Alter von 13 Jahren war er bereits Organist. Er absolvierte das Konservatorium von Amsterdam und studierte dort Orgel sowie Harmonielehre.
Nach dem zweiten Weltkrieg leitete er das Amsterdamer Vokal Ensemble, und 1946 wurde er Organist und Chorleiter beim NCRV-Radio in Hilversum. Später übernahm er die Leitung des großen Rundfunkchors und blieb dort bis zu seiner Pensionierung. Er war Dirigent der Chöre Soli Deo Gloria in Hoorn und Koninklijke Oratorium Vereniging Excelsior in Amsterdam und Dirigent von Blasorchestern, insbesondere der Nationalen Brassband. Er komponierte Chor- und Blasorchesterwerke. 1950 gewann er den Kompositionspreis der Stadt Amsterdam.
Mit Tableux de Vosges führen wir nun eines seiner interessantesten Werke für Sie auf. Es besteht aus insgesamt vier Teilen, die jeweils ein bestimmtes Gebiet der Vogesen in Ostfrankreich beschreiben. Auch wenn alle vier Teile einen sehr unterschiedlichen Charakter haben, so lassen sie doch alle Meindert Boekels Vorliebe für Harmonien und große Akkorde erkennen. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen mit dieser eingängigen Musik.
Siegfried's Trauermarsch
Richard Wagner wurde am 22. Mai 1813 in Leipzig als neuntes Kind des Polizeiaktuarius Carl Friedrich Wagner und der Bäckerstochter Johanna Rosine Wagner, geboren. Er war ein deutscher Komponist, Dramatiker, Schriftsteller, Theaterregisseur und Dirigent. Mit seinen Musikdramen gilt er als einer der bedeutendsten Erneuerer der europäischen Musik im 19. Jahrhundert. Als erster Komponist gründete er Festspiele in dem von ihm geplanten Bayreuther Festspielhaus. Seine Neuerungen in der Harmonik beeinflussten die Entwicklung der Musik bis in die Moderne.
Wagners Werk ist ein Höhepunkt der romantischen Musik und beeinflusste viele Zeitgenossen und spätere Komponisten erheblich. Vor allem der Tristan brachte die Musiksprache des 19. Jahrhunderts weit voran und gilt vielen als Ausgangspunkt der Modernen Musik. Wagner war schon früh davon überzeugt, ein Genie zu sein. „In fünfzig Jahren werde ich der Beherrscher der musikalischen Welt sein”, prophezeite er. Er war mit einem Körpermaß von 1,66 Meter nicht groß, hatte aber eine starke Ausstrahlung.
„Götterdämmerung“ ist der Titel des dritten und letzten Tags von Richard Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“, die er als „Bühnenfestspiel für drei Tage und einen Vorabend“ bezeichnete. Den „Vorabend“ bildet das pausenlose Werk „Das Rheingold“, die anderen beiden „Tage“ sind „Die Walküre“ und „Siegfried“. Das Gesamtwerk behandelt die auf der Nibelungensage beruhende Geschichte von Siegfried, der unbesiegbar ist, seit er in Drachenblut badete. Nur an einer Stelle im Nacken (auf die beim Bad ein Ahornblatt fiel) ist er verwundbar. Durch eine List getäuscht glaubt seine Brunhilde, Siegfrieds Leben zu retten und offenbart schließlich Hagen von Tronje diese einzige Schwachstelle. Diese Aussage aber bedeutet Siegfrieds Tod.
Siegfried's Trauermarsch, den wir nun für Sie aufführen, beschreibt sehr atmosphärisch und Bildhaft den Tod Siegfrieds durch die Hand seines alten Gefährten Hagen von Tronje. Auch die Erkennungsmelodie Siegfrieds, die sich durch die gesamte Oper zieht, findet hier wieder Verwendung, bis sie schließlich Siegfrieds Geist gleich langsam entschwindet. Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung mit dieser beeindruckenden Musik.
Fandango
Frank Perkins, 1908 in Massachusetts geboren, war ein amerikanischer Komponist. Sein bekanntestes Stück ist wohl „Stars fell on Alabama“, doch Perkins schrieb auch zahlreiche Titelmelodien für TV-Serien oder Kinofilme.
Sein Fandango war ursprünglich nur für ein Piano geschrieben. Dieser lebhafte Tanz im Dreivierteltakt ist eine Ausprägung des Flamenco. Wie der Flamenco diente auch der Fandango in der europäischen Kultur zu Erzeugung von „spanischem Kolorit“. Perkins ging in seinem Werk aber ein paar Schritte weiter und schuf ein Werk mit außergewöhnlichem Temperament und hohem Tempo.
Unser Dirigent führte zu Beginn seiner Karriere dieses Werk bereits mit einem anderen Orchester auf. Nachdem das Orchester schon an Takt fünfundzwanzig den berühmten roten Faden verloren hatte, titelte die Presse später hämisch: „Verunglückter Start: Leitung Har Adams“. Heute wollen er und wir Ihnen beweisen, dass es auch anders geht. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!
Mars
Gustav Theodore Holst war ein englischer Komponist. Er wird der Spätromantik zugerechnet. Holst strebte zunächst eine Karriere als Pianist an; im Alter von 17 Jahren musste er diese Pläne aufgrund einer Nervenentzündung des Armes aufgeben. Später studierte er Komposition sowie Posaune am Royal College of Music in London. Später arbeitete er als Posaunist, Musiklehrer und Lehrer für Komposition.
Berühmt wurde Holst vor allem durch seine Orchestersuite „Die Planeten“. Holst komponierte dieses Stück in den Jahren 1914 bis 1916 für ein großes Sinfonieorchester, im letzten Satz (Neptun) kommt zusätzlich ein sechsstimmiger Frauenchor zum Einsatz. Es handelt sich um spätromantische Programmmusik, die vom Charakter her späterer, großorchestraler Filmmusik ähnlich ist und deren Wirkung auf den Zuhörer vor allem durch die monumentalen Klangeffekte und die Klangfarben des Orchesters entsteht.
Die Planeten bestehen im Original aus sieben Sätzen, jeder Satz trägt den Namen eines Planeten unseres Sonnensystems beziehungsweise der römischen Gottheit, nach der der Planet benannt ist. Die Erde ist nicht berücksichtigt, ebenso auch nicht der Pluto, weil dieser Himmelskörper seinerzeit noch unbekannt war und erst 1930 entdeckt wurde.
In Mars, the Bringer of War – der Überbringer des Krieges – präsentiert Holst eine derart erstaunliche Vision der mechanisierten Kriegführung, dass viele Hörer immer wieder annahmen, das ungestüme Stück sei als Reaktion auf den 1. Weltkrieg komponiert worden. In Wirklichkeit begann Holst diese Komposition bereits mehrere Monate vor Ausbruch der Feindseligkeiten, wenngleich in der Gewissheit des nahen Krieges. Die Dynamik eines heranrasenden Kometen wird brillant durch den ungewöhnlichen Fünf-Viertel-Takt umgesetzt. Die rhythmische Unterteilung eines Taktes in eine Triole und zwei Achteln verstärkt den Eindruck von Bewegung und immenser Energie.
Geert Schrijvers bearbeitete Mars, the Bringer of War für Blasorchester und hielt sich dabei sehr eng an die symphonische Vorlage. Unsere Holzregister übernehmen dabei die Arbeit des Streichersatzes.
Im Anschluß an dieses Werk machen wir eine ca. 20minütige Pause, in der Sie und wir die Gelegenheit haben, etwas zu Essen und zu Trinken. Und nun wünschen wir Ihnen gute Unterhaltung mit dieser sehr bildhaften und technisch anspruchsvollen Musik.
Concert March from 1941
1941 – Wo bitte geht's nach Hollywood ist eine US-amerikanische Filmkomödie aus dem Jahr 1979. Der Regisseur war Steven Spielberg. Die Handlung spielt in und um Los Angeles kurz nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor. Es kommt in der Stadt zur Massenhysterie und zu chaotischen Zuständen. IWährenddessen befindet sich Captain Loomis Birkhead mit einem Aufklärungsflugzeug im Anflug auf die Stadt, ist aber mehr mit der Regierungsbeauftragten Donna Stratton „beschäftigt“ als mit der Maschine selbst. Da Birkhead sich nicht meldet, wird in L.A. Großalarm ausgelöst und alle Flak-Geschütze werden abgefeuert, auch wenn keines ein genaues Ziel hat. Obendrein verfolgt der durchgeknallte Air-Force-Pilot Captain „Wild Bill“ Kelso den Aufklärer mit seiner P-40.
Kommerziell war der Film nicht sehr erfolgreich und zählt zu Spielbergs weniger bekannten Werken, was jedoch sicher nicht an dem hervorragenden Soundtrack von John Williams liegt. Williams ist einer der erfolgreichsten Komponisten von Filmmusiken. Er komponierte und dirigierte die Musik zu mehr als 100 Kinofilmen wie Krieg der Sterne, Der weiße Hai, Jurassic Park oder ET - der Außerirdische, um nur einige der bekanntesten zu nennen. Williams wurde sowohl mit fünf Oscars, drei British Academy Awards, drei Golden Globes, vier Emmy Awards und achtzehn Grammys als auch mit mehreren Gold- und Platinschallplatten ausgezeichnet.
Der Concert March from 1941, den wir nun in einem Arrangement von Steve Sykes für sie aufführen werden, besticht durch seine ungewohnten rhythmischen Melodien, die so gar nicht zu amerikanischer Marschmusik zu passen scheinen. So arbeitet Williams mit vielen Synkopen, also im Takt versetzten Motiven, die diesem Konzertmarsch einen besonderen Schwung verleihen. Wir wünschen Ihnen angenehme Unterhaltung.
Adagio
Wolfgang Amadeus Mozarts umfangreiches Werk genießt weltweite Popularität und gehört zu den bedeutendsten im Repertoire der klassischen Musik. 1756 in Salzburg geboren, erlernte er bereits mit vier Jahren vom Vater das Klavier- und Violinspiel; im zarten Alter von fünf Jahren schrieb er bereits sein erstes Allegro. Von diesen Tagen an machte er eine glänzende Karriere, wurde Konzertmeister und Hoforganist in Salzburg und später freier Komponist in Wien.
Zu seinem Ouevre gehören zahlreiche Opern, sakrale Musik, Orchesterwerke und weltliche Lieder. Das Konzert in A-Dur KV 622 für Klarinette und Orchester von Wolfgang Amadeus Mozart ist eines der letzten vollendeten Werke im 1791, dem Todesjahr seines Urhebers. Es gliedert sich in drei Sätze. - ein Allegro, ein Adagio und ein Rondo.
Das Adagio, das wir nun in einem Arrangement von Jos van de Braak für Sie aufführen werden, erinnert durch seine gebundene und getragene Musik stark an Mozarts Ave verum corpus. Das Klarinettensolo übernimmt dabei unser Dirigent Har Adams höchstpersönlich. Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung.
Back to the Future
Zurück in die Zukunft ist der Name einer Science-Fiction-Film-Trilogie, aus den Jahren 1985, 1989 und 1990. Die Trilogie zeigt die Zeitreisen des Jugendlichen Marty McFly und seines Freundes Emmett L. „Doc“ Brown zwischen den Jahren 1885 und 2015. Der erste Teil war zunächst als Einzelfilm geplant. Das offene Ende, das später den Übergang zu Teil 2 bildete, war eher scherzweise gedacht. Erst der kommerzielle Erfolg führte zu den zwei Fortsetzungen. Zu Beginn des ersten Films gelangt der Jugendliche Marty McFly mit Hilfe einer von Dr. Emmett Brown entworfenen Zeitmaschine in das Jahr 1955.Dort angekommen, verhindert er unbeabsichtigt, dass seine Eltern sich treffen und verlieben – statt dessen verliebt sich seine Mutter in ihn. Marty erkennt, dass er dringend dafür sorgen muss, dass seine Eltern zueinander finden, denn er will seine zukünftige Geburt nicht in Gefahr bringen. Dieses Vorhaben erweist sich aber als extrem schwierig…
Die Filmmusik wurde von Alan Silvestri komponiert. Das Orchester bestand aus 98 Personen, 1985 stellte dies das größte Orchester dar, welches Universal je für einen Film zusammengestellt hat. Das flotte BackToTheFuture-Hauptthema ist Silvestri sehr gut gelungen, wenn auch in punkto Stil und Melodieführung stark an John Williams angelehnt.
Frank Bernaerts schuf aus der Titelmelodie ein temperamentvolles Blasorchesterarrangement, das wir nun für Sie aufführen wollen. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!
Gablonzer Perlen
Antonín Borovička – geboren 1895 - war ein tschechischer Komponist. Borovička erlernte zuerst bei seinem Vater den Beruf des Töpfers. Parallel wurde er beim Dorfkapellmeister in Tenorhorn und Violine unterrichtet. Mit 16 Jahren beherrschte er 5 Instrumente. Nach dem l. Weltkrieg gründete Antonín Borovička als Kriegsinvalide sein erstes Orchester. Die Kapelle nannte sich Die Moldauer und war mit Streichern und Bläsern besetzt. Das Ensemble leitete er 42 Jahre lang.
In seiner Karriere schrieb er zahlreiche Polkas und Walzer, von denen wir mit den Gablonzer Perlen eine der schönsten Polkas für Sie ausgewählt haben. Das Arrangement stammt aus der Feder von Franz Bummerl und bringt alle Register unseres Orchesters zur Geltung. Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung.
D'Schangflöppen
Trevor Ford, geboren 1931, ist ein norwegischer Komponist. Die Entstehung seiner Komposition mit dem Titel „D'Schangflöppen“ verdankt er einem Besuch in Frankreich.
Im Jahr 1992 besuchte er ein Festival im Süden von Frankreich, wo er auf Robert Koller traf, seines Zeichens Leiter eines Fanfarenorchesters aus Luxemburg. Sie kamen ins Gespräch und Ford erhielt den Auftrag, für das 100. Jubiläum der Fanfare Berbuerg zu schreiben. Da er noch nie ein Werk für ein Fanfarenorchester geschrieben hatte, stellte er sich der Herausforderung mit Begeisterung. Kurz vor der Fertigstellung des Werks nahm Ford wieder Kontakt mit Robert Koller auf, um einen Titel für das Jubiläumsstück zu erfragen. Das Orchester entschied sich für "D` Schangflöppen“. D'Schangflöppen ist der Name eines legendären und ganz besonderen Helden, der aus der Gegend rund um Berbuerg kam. Er ist der Gegenstand eines Gedichts, und wurde durch zahlreiche Heldentaten berühmt.
Ebenso heroisch wie sein Namensgeber erklingt auch das Werk von Trevor Ford. Fanfarenartige Trompetensignale, eine eingängige Melodie und ein getragener Mittelteil, den unser Sopransaxophon eröffnet, sind die Hauptbestandteile dieses Werks.
D `Schangflöppen wurde zum ersten Mal in der Kirche zu Berbuerg am 11. Dezember 1993 aufgeführt. Louis Martinus war bei diesem Konzert anwesend und schuf später ein hervorragendes Blasorchesterarrangement, das wir nun für Sie aufführen wollen. Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung.
New York Overture
Kees Vlak wurde 1938 in Amsterdam geboren. Bereits als Kind musizierte er zusammen mit seinem Vater in einem Fanfarenorchester. Er studierte am Konservatorium seiner Geburtsstadt und schloss die Studien Klavier sowie Trompete und Orchesterspiel mit dem Diplom ab. Blasorchester-Direktion studierte er in Amsterdam, Musiktheorie an der Berkley Highschool in San Francisco.
Während seines Studiums spielte er in verschiedenen Gruppen und Orchestern. Wegen eines chronischen Leidens musste er mit 25 Jahren bereits das Spielen der eigenen Trompete beenden. Er nutzte die freigewordene Zeit zum Komponieren, was ihm nationale und internationale Anerkennung und Auszeichnung verlieh.
Die beeindruckende Stadt New York mit ihrem pulsierenden Leben und unvergleichlicher Atmosphäre sowie die Musik großer amerikanischer Komponisten inspirierten Kees Vlak zu der New York Overture. Der Komponist hält in seinem Tonbild nach der Landung auf dem Kennedy-Flughafen die Sehenswürdigkeiten der Metropole New York fest: den Battery Park, die geschäftige 5th Avenue, Harlem, den Central Park, das grüne Herz der Riesenstadt und natürlich das Nachtleben auf dem Broadway. Der Abschied kommt mit einem letzten Blick auf den Hafen und die Freiheitsstatue.
Dieser musikalische Rundgang durch New York stellt zugleich das letzte Stück für den heutigen Abend dar. Wir hoffen, dass es Ihnen gefallen hat und laden Sie herzlich ein, noch ein wenig hier mit uns gemütlich zu verweilen.
Und nun viel Vergnügen mit der New York Overture!
African Symphony
Van McCoy war ein US-amerikanischer Musikproduzent, Songschreiber und Musiker. Seinen größten Hit hatte er 1975 mit dem Instrumentaltitel The Hustle.
Seine Mutter ließ ihn Klavierunterricht nehmen und er spielte im Duett mit seinem älteren Bruder Norman, der Violine spielte. Im Alter von 12 Jahren begann er Lieder zu schreiben, gab allerdings die Musik im Teenageralter vorübergehend auf, hauptsächlich deswegen, weil seine Freunde ihn wegen des Klavierspielens neckten. Erst als er bereits Psychologie an der Howard Universität studierte, begann er erneut mit dem Pianospielen.
Mit African Symphony, das wir heute als Zugabe für Sie ausgewählt haben, schuf er eine heitere, lebendige Komposition, die das Gefühl des wilden Kontinents Afrika musikalisch transportiert.
Der Japaner Naohiro Iwai – einer der bekanntesten modernen Arrangeure, der inzwischen mehr als 5000 Bearbeitungen vorweisen kann – schuf mit kundiger Feder ein Blasorchesterarrangement dieses Titels, das mit seinem geschickt eingesetzten Schlagzeug und den Effekten in den Posaunen und unserem Hornbläsersatz das Original von Van McCoy noch zu übertreffen vermag. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!
Frühjahrskonzert 2009
Zeitungsbericht der Rheinischen Post 

Ansage Frühjahrskonzert 2009
Franz Peter Schubert – seines Zeichens Komponist – wird in der Literatur traditionell gerne als verkanntes Genie dargestellt. Wahr ist daran, dass Schubert mit seinen Großwerken – etwa seinen Sinfonien – keine große Wirkung erzielte und ihm mit seinen Opern nicht der ersehnte Durchbruch gelang. Andererseits war Schubert durchaus überregional bekannt. Rund 100 seiner Werke wurden zu seinen Lebzeiten im Druck veröffentlicht – mehr, als viele seiner Zeitgenossen publizierten.
Der Tod und das Mädchen ist ein Bild aus Kunst und Musik, das sich bereits während der Renaissance findet und vor allem im 19. Jahrhundert wieder aufgegriffen wurde. Bekanntestes Beispiel der Behandlung dieser Thematik ist das Streichquartett Nr. 14 von Franz Schubert. Das Lied wurde zu einem Gedicht von Matthias Claudius komponiert:
Das Mädchen:
Vorüber! Ach vorüber!
Geh, wilder Knochenmann!
Ich bin noch jung, geh Lieber!
Und rühre mich nicht an.
Der Tod:
Gib deine Hand, du schön und zart Gebild!
Bin Freund und komme nicht zu strafen.
Sei gutes Muts! ich bin nicht wild,
Sollst sanft in meinen Armen schlafen!
Funny Slides
Wim Laseroms ist ein niederländischer Dirigent und Komponist für Blasorchester. Laseroms studierte am Brabanter Konservatorium in Tilburg. Von 1966 bis 1991 war er Dirigent des Fanfarenorchesters FCO Bosschenhoofd, in dem er als Kind bereits die Trommel gespielt hatte. Er dirigierte von 1972 bis 2000 das Sinfonische Blasorchester Sint Cecilia Zegge. Von Laseroms stammen etwa 120 Kompositionen, überwiegend Märsche und andere Werke für Blasorchester.
Der wortspielerische Titel Funny Slides (Lustige Züge) verweist auf die häufig verwendete Spielweise Glissando und auch auf die wichtige Stellung des Posaunenregisters hin. Neben den natürlich obligatorischen Glissandi besticht Funny Slides mit Staccatospiel, glanzvollen und kantablen Passagen. Das schnelle Vivace-Tempo garantiert ein virtuoses Gesamtbild dieser attraktiven Komposition. Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung mit unseren Posaunen!
Blue Tango
Leroy Anderson war ein amerikanischer Komponist. Der Sohn schwedischer Eltern erhielt bereits als Kind Klavierunterricht von seiner Mutter. Er bildete sich fort bei Henry Gideon am New England Conservatory of Music, lernte Klavier, Posaune, Komposition, Orgel und Kontrabass und studierte ab 1926 an der Harvard-Universität Theorie, Kontrapunkt, Harmonie und Komposition. Während des Studiums leitete er schon das Universitätsorchester und den Chor und begann erste eigene Arrangements zu schreiben.
Anderson wurde berühmt durch seine kurzen, originellen Konzertstücke, die er ab 1936 für das Boston Pops Orchestra komponiert hat. Die Aufnahmen seiner Werke waren große kommerzielle Erfolge. Blue Tango war die erste Instrumentalaufnahme, die sich eine Million Mal verkauft hat und für die er seine erste Goldene Schallplatte bekam. Dieter Bohlen wurde sogar vorgeworfen, den Refrain davon für die Single We Have A Dream der ersten Staffel von Deutschland sucht den Superstar verwendet zu haben.
Fernab aller Plagiate präsentieren wir Ihnen heute nun das Original – Blue Tango. Viel Vergnügen.
Blues Brothers in Concert
Die Blues Brothers gelten als einer der Kultfilme der 1980er Jahre. Jake Blues, gerade aus dem Gefängnis entlassen, wird von seinem Bruder Elwood in einem ausgemusterten 1974er Dodge Monaco der Mount Prospect Police abgeholt. Wie von Jake versprochen, besuchen sie das Waisenhaus, in dem sie aufgewachsen sind. Die Mutter Oberin klagt ihnen ihr Leid, sie müsse 5.000 Dollar Steuerschulden bezahlen, die Kirche wolle das Waisenhaus schließen und habe nicht vor, den Betrag aufzubringen. Die Blues Brothers bieten an, das Geld zu „beschaffen“. Die „Band“ muss wieder zusammengebracht werden. So machen sich Jake und Elwood „im Auftrag des Herrn“ auf, ihre ehemaligen Bandmitglieder zusammenzurufen. Durch geschickte „Überredungskünste“ kann Manager Maury Sline dazu bewegt werden, ein Konzert der Blues Brothers zu organisieren, welches die benötigten 5.000 Dollar erlösen soll.
Anthony Kosko stellte ein Arrangement aus den bekanntesten Titeln des mitreißenden Soundtracks zusammen. Hören Sie „I can't turn, you loose“, „Soul Man“, „Everybody needs somebody to love“ und „Gimme some lovin'“. Viel Vergnügen.
Festmusik der Stadt Wien
Richard Strauss wurde 1864 in München geboren. Angeregt durch sein von Musik erfülltes Elternhaus, begann Richard schon mit sechs Jahren selbst zu komponieren. Später erhielt er Kompositionsunterricht durch den Münchner Kapellmeister Friedrich Wilhelm Meyer. Bereits 1883 wurden erste Werke des jungen Komponisten in München aufgeführt.
Sein Schaffen bis zu seinem Tode im Jahr 1949 war äußerst vielseitig. So schuf er zahlreiche Tondichtungen wie MacBeth, Don Juan oder Also sprach Zarathustra; Opern wie Salome oder Elektra sowie zahlreiche weitere Kompositionen wie Chormusik, Orchesterwerke und Kammermusik. Richard Strauss wurde zeitlebens mit vielen Ehrungen ausgezeichnet.
1943 entstand zum Anlaß der Verleihung des Beethoven-Preises die „Festmusik der Stadt Wien“. Strauss widmete das Werk dem Gemeinderat der Stadt Wien. Strahlende Trompetenfanfaren eröffnen ein ebenso rasantes wie beeindruckendes Werk, das ebenso erfrischend endet, wie es begann. Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung.
Nena
Gabriele Susanne Kerners Leben veränderte sich, als sie im zarten Alter von drei Jahren mit ihrer Familie Urlaub in Spanien machte. Die Spanier riefen sie „nena“, dem spanischen Wort für „kleines Mädchen“. Seitdem hat sich der Name in ihrer Familie etabliert. 1981 ging Nena mit ihrem damaligen Lebensgefährten nach West-Berlin. Dort gründete Sie die nach ihr benannte Band Nena.
Im Mai 1982 erschien die Single „Nur geträumt“, aber erst nach einem Fernsehauftritt im Musikladen im August `82 schnellten die Verkaufszahlen in die Höhe. Die zweite Single der Band (1983) mit dem Titel 99 Luftballons wurde durch Zufall von der Autorin Christiane F. gemeinsam mit zahlreichen anderen deutschsprachigen Liedern auf eine USA-Reise mitgenommen. Dadurch fiel die Single DJs in Kalifornien auf und verbreitete sich über die Radiosender der US-Westküste auf ganz Nordamerika, avancierte schließlich in den USA zum Millionenseller und auch weltweit zum Megahit. Seitdem hat Nena viele Top-10-Hits geschrieben.
Anthony Kosko stellte ein gut klingendes Blasorchesterarrangement aus ihren bekanntesten Hits zusammen. Hören Sie „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“, „Leuchtturm“, „Nur geträumt“ und schließlich „99 Luftballons“. Die Trompetensoli übernimmt mit Johannes Schnitzler der jüngste Vertreter unseres Trompetenregisters. Wir wünschen gute Unterhaltung.
Spirit of Life
Der 1989 verstorbene Meindert Boekel war ein niederländischer Komponist. Bereits mit 11 Jahren erhielt er Unterweisungen in Harmonielehre und erlernte das Orgelspiel. Im Alter von 13 Jahren war er bereits Organist. Er absolvierte das Konservatorium von Amsterdam und studierte dort Orgel sowie Harmonielehre.
Nach dem zweiten Weltkrieg leitete er das Amsterdamer Vokal Ensemble, und 1946 wurde er Organist und Chorleiter beim NCRV-Radio in Hilversum. Später übernahm er die Leitung des großen Rundfunkchors und blieb dort bis zu seiner Pensionierung. Er war Dirigent der Chöre Soli Deo Gloria in Hoorn und Koninklijke Oratorium Vereniging Excelsior in Amsterdam und Dirigent von Blasorchestern, insbesondere der Nationalen Brassband. Er komponierte Chor- und Blasorchesterwerke. 1950 gewann er den Kompositionspreis der Stadt Amsterdam, 1964 den Musikpreis der Gemeinde Hilvarenbeek, Niederlande.
Mit „Spirit of Life“ führen wir für Sie eines seiner schönsten Werke auf. Nach einer bedrohlich-bombastischen Einleitung entfaltet sich alsbald eine eingängige Melodie, die von rhythmischen Signalen in unseren scharfen Blechregistern immer wieder durchsetzt wird. Nach einem sehr ruhigen Intermezzo nähert sich das Stück dann alsbald seinem Höhepunkt, in dem die Hauptmelodie wiederholt und zu einem phantastischen Ende geführt wird. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen mit diesem rhythmisch anspruchsvollen und doch sehr einprägsamen Werk.
Abschied der Gladiatoren
Hermann Ludwig Blankenburg war ein deutscher Komponist und gilt aufgrund der mehr als 1.200 von ihm komponierten Märsche als der deutsche „Marschkönig“. Entgegen einer besonders in Großbritannien und den USA verbreiteten Annahme war Blankenburg nie ein Militärmusiker. Er hatte nach kurzer Pflichtdienstzeit die Militärmusiklaufbahn verlassen, noch bevor sein eigentliches kompositorisches Schaffen begann.
Sein heute bekanntester Marsch ist wohl „Abschied der Gladiatoren“, mit dem er 1905 einen Kompositionswettbewerb des renommierten britischen Musikverlages Boosey & Hawkes gewinnen konnte. Der Marsch hieß ursprünglich „Deutschlands Fürsten“, wurde dann aber mit Rücksicht auf die Zeitumstände umbenannt; eventuell stand für den neuen Titel der Marsch Einzug der Gladiatoren von Julius Fučík Pate. In England wurde der Marsch unter dem Titel „The Gladiators´ Farewell“ ungemein populär und gehört dort auch heute noch zu den meistgespielten Märschen.
Carmina Burana
Carmina Burana ist eine szenische Kantate von Carl Orff aus den Jahren 1935–36. Die Texte in mittellateinischer und mittelhochdeutscher Sprache sind den Carmina Burana entnommen, einer Sammlung von im 11. und 12. Jahrhundert entstandenen Lied- und Dramentexten. Orff stieß 1935 auf Johann Andreas Schmellers Ausgabe der Carmina Burana. Michel Hofmann, ein junger Jurastudent und Latein- und Griechisch-Enthusiast, unterstützte ihn bei der Auswahl und Zusammenstellung von 24 dieser Texte zu einem Libretto, hauptsächlich in Latein sowie einigem in Mittelhochdeutsch und Altfranzösisch. Die Auswahl umfasst eine weite Spanne weltlicher Themen: die Wechselhaftigkeit von Glück und Wohlstand, die Flüchtigkeit des Lebens, die Freude über die Rückkehr des Frühlings sowie die Genüsse und Gefahren von Trinken, Völlerei, Glücksspiel und Wollust. Eingerahmt wird das Werk von einem mächtigen Chor zu Ehren der Schicksalsgöttin Fortuna („Fortuna Imperatrix Mundi“), die das Schicksal der Menschen letztlich bestimmen soll. Musikalisch ist das Chorwerk von raffinierter Schlichtheit: In konventioneller oder archaisierender Harmonik setzt es ganz auf die Kraft seiner Melodien, deren Simplizität bisweilen an die von Abzählversen erinnern. Daher wurden Orffs Carmina Burana rasch das populärste Stück ernster Musik des 20. Jahrhunderts.
Wir präsentieren Ihnen heute nun voller Stolz zusammen mit dem Kirchenchor St. Bartholomäus Niederkrüchten Auszüge aus diesem großartigen Werk von Carl Orff und wünschen Ihnen gute Unterhaltung!
Beauty and the Beast
Die Schöne und das Biest ist ein Musical, das von der Autorin Linda Woolverton, den Textern Howard Ashman und Tim Rice sowie dem Komponisten Alan Menken in Anlehnung an den gleichnamigen Walt-Disney-Zeichentrickfilm geschrieben wurde. Es feierte 1994 am Palace Theatre auf dem Broadway in New York seine Weltpremiere und erreichte bis heute rund 25 Millionen Menschen in 13 Ländern. Das Musical wurde für neun Tony Awards nominiert und gewann 1998 den Laurence Olivier Award.
Im Musical geht es um die märchenhafte Liebesgeschichte zwischen der schönen Belle und einem verwunschenen Prinzen, den eine Zauberin wegen seiner Unfreundlichkeit einst in ein Biest verwandelte. Erst wenn das Biest anderen Menschen Liebe gibt oder sie von anderen empfängt, kann der Fluch gebrochen werden. Als Belle in seinem Schloss Unterschlupf sucht, versucht er mit Hilfe seiner verzauberten Schlossdiener Belles Herz zu erobern.
Wir präsentieren Ihnen heute einige der schönsten Melodien aus dem Musical in einem Arrangement von Toshio Mashima. Hören Sie den Prolog, „Belle“, „Something there“ und das Titelthema „Beauty and the Beast“. Wir wünschen gute Unterhaltung.
Kosakenritt
Die Kosaken waren ursprünglich Gemeinschaften freier Reiterverbände. Als geflohene leibeigene russische und ukrainische Bauern und desertierte Tataren gründeten sie ab dem 15. Jahrhundert in der südrussischen und ukrainischen Steppe eigene Siedlungen und Gemeinschaften mit orthodoxem Glauben und wurden zu Wehrbauern, die sich gegen die häufigen Überfälle asiatischstämmiger Reiternomaden verteidigen mussten.
Franz Watz, seines Zeichens Musiker, Komponist und Arrangeur gilt als der meistgespielte Komponisten böhmisch-mährischer Blasmusik. Er komponierte den Konzertmarsch Kosakenritt in Anlehnung an das wilde Freiheitsgefühl dieser unbezwungenen Reiter. Dafür benutzte er gerade in der Einleitung bestimmte Akkorde, die uns sofort an russische Musik erinnern. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen mit diesem eingängigen Marsch.