Unsere Kapelle
ist unter der Leitung von Kornelius Viewers bei vielen Anlässen innerhalb und ausserhalb der Gemeinde Niederkrüchten unterwegs. Vor allen Dingen beteiligt sich unser Instrumentalverein bei den eigenen Schützenfesten und deren Umzüge oder bereichert auswärtige Veranstaltungen mit seinem, über die Grenzen hinweg beliebten Sound. Selbst vom großen Schützenfest Düsseldorf Lohhausen erhalten wir Einladungen zum alljährlichen Umzug.
Unser umfangreiches Repertoir bietet die Möglichkeit Veranstaltungen musikalisch zu begleiten, bei denen man auf die typische Tanz- und Unterhaltungsmusik verzichten wird. So gestalten wir z.B. musikalische Früschoppen während der Schützenfeste oder bereichern anderweitige Anlässe mit einem musikalischen Reigen. Ob es im Februar jeden Jahres unser St. Agatha Fest ist oder die Unterstützung unserer dörflichen Vereine wie die Freiwillige Feuerwehr oder der Sportverein, der Instrumentalverein "Frei weg" Oberkrüchten unterstützt die dörfliche Gemeinschfaft so gut es geht.
Aber nicht nur die freudigen Anlässe werden durch unser Spiel begleitet, auch die kirchlichen Feiertage, wie z.B. Fronleichnam, werden mit feierlichen Klängen begleitet. Ein immer wieder erhebender Eindruck ist die Kranzniederlegung zum Volkstrauertag am Ehrenmal unserer im 1. und 2. Weltkrieg gefallenen Angehörigen.
Innerhalb unserer Gemeinde genießen wir schon einen besonderen Stellenwert. So wurde auch die 800 Jahrfeier Elmpt mit unserem Einsatz zu einem unvergesslichen Ohrenschmaus. Augen- und Ohrenschmaus bietet unser "Großer Zapfenstreich", der schon vielen öffentlichen Veranstaltungen einen erhabenen, feierlichen Charakter verliehen hat.
Der Große Zapfenstreich
Der große Zapfenstreich nimmt auf dem vielfältigen Gebiet der deutschen Militärmusik eine besondere und herausragende Stellung ein. Diese feierliche Abendmusik mit ihrer Abfolge von Trommel- und Pfeifenstücken, Reitersignalen und dem „Gebet“ trägt bis auf den heutigen Tag die beiden großen ungebrochenen Traditionen deutscher Militärmusik in sich:
die Trommel und die Pfeifen, also das „Spil“ der Landsknechte und die Trompeten und Pauken der Reiterei.
Der Name Zapfenstreich stammt aus der Zeit der Landsknechte.
Im Jahre 1596 wurde erstmals ein Abendsignal in Verbindung mit dem „Zapfenschlag“ erwähnt. Mit einem solchen Schlag bzw. Streich auf den Zapfen eines Fasses gab der Profos (Verwalter der Miltiärgerichtsbarkeit) das Signal zur Nachtruhe, die unbedingt einzuhalten war. Von diesem Zeitpunkt an durfte der Wirt keine Getränke mehr ausgeben, die Landsknechte hatten sich in ihre Zelte zu begeben und Ruhe zu halten. Zuwiderhandlungen gegen dieses Gebot wurden „exemplariter abgestraffet“.
Locken – Zapfenstreich – Gebet
Im Laufe der Zeit wurde es üblich, das Zeichen zur Nachtruhe auch in musikalischer Form zu geben. Bei der Kavallerie geschah dies durch Trompetensignale (die „Retraite“), bei der Infanterie durch besondere Spielstücke für Flöte und Trommel.
Das heute übliche Zeremoniell des Großen Zapfenstreichs geht auf die deutschen Befreiungskriege (1813 – 1815) zurück. Aus dieser Zeit stammt der Brauch, dem Zapfenstreich ein kurzes Abendlied folgen zu lassen.
König Friedrich Wilhelm III befahl unter dem Eindruck eines Brauches in der Russischen Armee im August 1813 auch bei seinen Truppen nach dem Zapfenstreich ein Gebet. Auf dieser Grundlinie (Locken – Zapfenstreich – Gebet) stellte Friedrich Wilhelm Wieprecht, der Wegbereiter deutscher Militär- und Blasmusik, die noch heute gültige Form des Großen Zapfenstreiches zusammen.
Er erklang auf diese Weise mit 1200 Mitwirkenden erstmalig am 12. Mai 1838 in Berlin als Abschluß eines Großkonzertes zu Ehren des russischen Zaren. Die damals erklungene Spielfolge umriß bereits ein Konzept, das bis zum Jahre 1918 zwar vielerorts variiert wurde, sich aber wie ein roter Faden bis zum heute verbindlichen Ablauf durchzieht.
Ablauf:
Zuerst treten die Truppenteile des zu ehrenden Offiziers oder der zu ehrenden Persönlichkeit (z. B. der Bundespräsident) in einem Rechteck (Karree) an. Der Kommandierende der Zapfenstreichformation (Paradeführer) lässt die angetretetenen Truppenteile still stehen.
Daraufhin marschieren die Fackelträger, das Musikkorps und der Ehrenzug mit den Fahnen zu den Klängen des Yorck’schen Marsches ein.
Nachdem das Musikkorps, der Ehrenzug und die Fackelträger ihre Positionen eingenommen haben, meldet der Paradeführer dem „abnehmenden“ Offizier die Ankunft des Ehrenzuges und des Musikkorps.
Daraufhin wird vom Paradeführer das Kommando „Serenade“ gegeben (bedeutet meist drei Serenade-Stücke, die vor Beginn des eigentlichen Zapfenstreich-Zeremoniells gespielt werden). Seit 1956 wird die Auswahl dieser Stücke dem zu Ehrenden überlassen.
Locken zum Zapfenstreich (Spielleute)
Der Spielmannszug des Musikkorps kündigt sich mit Signaltrommeln und Pfeifen zum Zapfenstreichmarsch an.
Zapfenstreichmarsch (Spielleute und Musikkorps)
Retraite (die 3 Posten des traditionellen Zapfenstreiches der berittenen Truppen, Musikkorps)
Die Trompeter des Musikkorps blasen insgesamt drei Signalposten, wobei sie das gesamte Musikkorps an den langen Harmonien harmonisch unterstützt.
· Zeichen zum Gebet (Spielleute)
Der Spielmannszug des Musikkorps kündigt mit Trommeln und Pfeifensignalen das Gebet an. Dieses Zeichen wird durch eine lange ausklingende Fermate bis Mitte der Spieldauer von einem Decrescendo-Triller der Pfeifer begleitet. Anschließend befiehlt der Paradeführer den angetretenen Truppenteilen:
„Helm ab zum Gebet!“
· Gebet (Spielleute und Musikkorps)
Als Gebet spielt das Musikkorps den Choral „Ich bete an die Macht der Liebe“ von Dimitri Bortniansky.
· Abschlagen nach dem Gebet (Spielleute)
Nach Abschlagen des Tambours nach dem Gebet befiehlt der Paradeführer:
„Helm! -- Auf!“
· Ruf nach dem Gebet (Musikkorps)
Die Trompeter des Musikkorps blasen das Abschlusssignal nach dem Gebet.
Nationalhymne
(Musikkorps, Gesang dritte Strophe durch alle Teilnehmer und Zuschauer)
Daraufhin meldet der Paradeführer dem Abnehmenden den Zapfenstreich als beendet ab. Auf Befehl des Paradeführers marschieren der Ehrenzug, die Fackelträger und das Musikkorps unter den Klängen des Zapfenstreichmarsches aus.
Seit den Zeiten der Weimarer Republik wurde der Große Zapfenstreich mehr und mehr auch von den Schützenvereinen, Feuerwehren und Turnvereinen als Ehrung für verdiente Personen zelebriert. Nicht übereinstimmend mit der Tradition wird nach dem zweiten Weltkrieg der Zapfenstreich eher selten auch als Instrument zur Gefallenenehrung eingesetzt, richtig wäre es, den jeweiligen Schützenkönig damit zu ehren.